7/22/2026
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Schalungsmaterial, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Großflächenschalungen beim Kranabladen • Setzungen des Untergrunds oder fehlende Kantholzunterlagen führen zum Einsturz des Schalungsstapels | • Anschlagmittel und Spezial-Schalungsklemmen nach DGUV Regel 109-017 prüfen; Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden mit Kanthölzern und Abrollsicherungen; Stapelhöhen begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Montage und Einrichtung von Wand- und Stützenschalungen (Rahmen-/Aluschalung) | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten oder Arbeitsbühnen ohne persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz • Windböen oder einseitige Belastungen führen zum Umstürzen ungesicherter vertikaler Schalungselemente | • Arbeitsbühnen mit dreiteiligem Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 nutzen; 100% Anseilpflicht an Anschlagpunkten • Schrägstützen, Richtstützen und Windabspannungen sofort nach dem Aufstellen der Schalungselemente sichern | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Verlegen der Deckenschalung und Aufbau des Traggerüstes (Deckenstützen/Systemträger) | • Versagen oder Einsturz des Traggerüstes durch fehlende Horizontalversteifungen oder örtliche Überlastung • Absturz durch Deckenöffnungen oder freie Deckenkanten beim Verlegen von Primär- und Sekundärträgern | • Deckenstützen mit abgesteckten Sicherungsbolzen nach DIN EN 1065 aufstellen; Horizontalversteifung alle 2m einbauen • Sicherheitsnetze nach DIN EN 1263-1 vormontieren; kontinuierliche Sicherung an überkopf verlaufenden Lebensleinen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Überwachung des Betoniervorgangs, Frischbetondruck-Überwachung und Traggerüstprüfung | • Schalungsbruch oder Traggerüsteinsturz durch zu hohe Steiggeschwindigkeiten oder dynamischen Frischbetondruck • Versagen von Schalungsankern oder Ankerstäben führt zu schlagartigem Materialauswurf und Verformungen | • Betoniergeschwindigkeiten einhalten und punktuelle Anhäufungen vermeiden; Schalungswache während des Betonierens einsetzen • Ankerabstände gemäß statischer Berechnung prüfen; Vorab-Doppelkontrolle aller Keile und Ankerzeugmutter | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Ausschalen von Decken- und Wandelementen (Demontage der Schalung) | • Vorzeitiges Entfernen von Deckenstützen vor Erreichen der erforderlichen Betondruckfestigkeit führt zum Deckeneinsturz • Herabstürzende Schalungselemente oder Verletzungen durch manuelles Lösen mit der Brechstange aus der Höhe | • Druckfestigkeit von Baustellen-Betonprobekörpern prüfen; schriftliche Freigabe des Tragwerksplaners/Bauleiters einholen • 2-Ebenen-Absperrung unterhalb des Ausschalbereichs einrichten; mechanische Absenkeinrichtungen für Elemente nutzen | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Beräumen des Ausschalmaterials, Sortieren von Kleinteilen und Ordnung auf der Decke | • Schnitt- und Stolperverletzungen durch herausstehende Ankerstäbe, Richtkeile und lose Schalungszubehörteile • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Herausstehende Schalungsanker sofort nach dem Ausschalen entfernen; Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle • Gestapeltes Material mindestens 1,5m von Deckenkanten entfernt lagern; Schalungsteile vor dem Krantransport bündeln | 1 | 2 | 2 |

Bei einem mehrgeschossigen Hochbauprojekt in Hessen montierte eine Schalungskolonne eine großflächige Wand-Rastenschalung auf einer oberen Deckenfläche. Um den straffen Betonierplan einzuhalten, stellten die Arbeiter die schweren vertikalen Schalungselemente auf, ohne zuvor die erforderlichen Schrägstützen und Richtspindeln am Deckenbeton zu verankern.
Bevor die Schalungsanker durchgesteckt werden konnten, erfasste eine plötzliche Windböe die offene Deckenfläche. Unter dem seitlichen Winddruck und dem Eigengewicht der auf das Schalungsgerüst gestiegenen Arbeiter verlor das ungesicherte Schalungselement das Gleichgewicht und stürzte auf die Arbeitsfläche um. Zwei Zimmerleute fielen mit der Schalungskonstruktion auf die Decke, während ein Arbeiter auf der unteren Ebene nur knapp von herabstürzenden Kleinteilen verfehlt wurde. In einem separaten Vorfall auf derselben Baustelle wurden Deckenstützen vorzeitig entfernt, bevor die Betonprobekörper die geforderte Mindestdruckfestigkeit erreicht hatten, was zu einem partiellen Dekkendurchbiegen führte. Die Gewerbeaufsicht und die BG BAU leiteten umgehend Untersuchungen wegen Verstößen gegen die DGUV Vorschrift 38 und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ein.
Schalungen und Traggerüste stellen temporäre Tragwerke dar, die vor und während des Betonierens extremen statischen und dynamischen Belastungen ausgesetzt sind. Ungesicherte vertikale Wandschalungen besitzen ein hohes Schlankheitsverhältnis und sind äußerst anfällig für horizontales Kippen durch Windlasten, Stoßeinwirkungen oder einseitige Gewichtsverlagerungen der Arbeiter. Ohne ordnungsgemäß verankerte Schrägstützen führt bereits eine geringe Querkraft zu einem Umkippmoment, das die Standfestigkeit der Schalungsbasis übersteigt.
Beim Betonieren übt der flüssige Frischbeton einen erheblichen hydrostatischen Seitendruck auf die Schalungshaut aus. Überschreitet die Betoniergeschwindigkeit die statisch festgelegten Werte oder wird der Rüttler unsachgemäß eingesetzt, steigt der Frischbetondruck exponentiell an, was zum Versagen von Schalungsankern und schlagartigen Schalungsbrüchen führt. Beim Ausschalen tragen die Deckenstützen die volle Eigenlast der Decke. Das vorzeitige Entfernen der Stützen vor dem Nachweis der erforderlichen Beton Druckfestigkeit führt zu schlagartigem Biegemoment- und Durchstanzversagen. Die strikte Einhaltung der DGUV Vorschrift 38, der BetrSichV und der DIN EN 12812 (Traggerüste) ist zur Vermeidung von Tragwerksunfällen zwingend erforderlich.
🚨 Deutsche Vorschriften & Normen (DGUV, BetrSichV & DIN EN 12812)
DGUV Vorschrift 38 (Bauarbeiten): Schreibt vor, dass Schalungen, Traggerüste und Behelfsunterstützungen so bemessen, aufgestellt und aussteift sein müssen, dass sie alle auftretenden Lasten sicher aufnehmen können.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Verpflichtet den Arbeitgeber zur Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel (Schalungssysteme, Deckenstützen) und zur Durchführung regelmäßiger Kontrollen vor und während der Nutzung.
DIN EN 12812 (Traggerüste - Anforderungen, Bemessung und Konstruktion): Regelt die technischen Vorgaben für die Standsicherheit, Aussteifung und Bemessung von Schalungsunterstützungen und Traggerüsten.
DGUV Regel 109-017 (Betreiben von Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb): Regelt den sicheren Einsatz von Spezial-Schalungsklemmen, Transportankern und Kettengehängen beim Versetzen von Schalungselementen mit dem Baukran.
Damit die Plattform Smart JSA Bridge präzise Sicherheitsmaßnahmen gemäß DGUV-Vorschriften und DIN-Normen generiert, geben Sie die folgenden standardisierten Arbeitsschritte in das System ein:
[Schritt 1] Anlieferung von Schalungsmaterial, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof
Detaillierte Beschreibung: Spezial-Schalungsklemmen und Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen; Entladebereich absperren; Lagerung auf Kanthölzern mit Abrollsicherungen auf verdichtetem Boden.
[Schritt 2] Montage und Einrichtung von Wand- und Stützenschalungen (Rahmen-/Aluschalung)
Detaillierte Beschreibung: Arbeitsbühnen nach DGUV Vorschrift 38 montieren; Schrägstützen und Richtspindeln sofort nach dem Aufstellen der Schalungselemente im Deckenbeton verankern.
[Schritt 3] Verlegen der Deckenschalung und Aufbau des Traggerüstes (Deckenstützen/Systemträger)
Detaillierte Beschreibung: Deckenstützen nach DIN EN 1065 aufstellen; Horizontalversteifungen alle 2m einbauen; Sicherheitsnetze und Lebensleinen vor dem Belegen der Schalhaut montieren.
[Schritt 4] Überwachung des Betoniervorgangs, Frischbetondruck-Überwachung und Traggerüstprüfung
Detaillierte Beschreibung: Betoniergeschwindigkeiten gemäß Schalungsstatik einhalten; Schalungswache während des Betonierens einsetzen; Ankermuttern und Keilverbindungen vorab prüfen.
[Schritt 5] Ausschalen von Decken- und Wandelementen (Demontage der Schalung)
Detaillierte Beschreibung: Druckfestigkeit von Baustellen-Betonprobekörpern prüfen; Freigabe des Bauleiters einholen; 2-Ebenen-Absperrung im Ausschalbereich unterhalb einrichten.
[Schritt 6] Beräumen des Ausschalmaterials, Sortieren von Kleinteilen und Ordnung auf der Decke
Detaillierte Beschreibung: Herausstehende Schalungsanker sofort entfernen; Schalungsteile bündeln; Verkehrswege freihalten und Mindestabstand von 1,5m zu Deckenkanten einhalten.
Nachfolgend finden Sie das finale JSA-Dokument, das auf den automatischen Empfehlungen der Plattform basiert und an deutsche Baustellenstandards angepasst wurde:
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Schalungsmaterial, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Großflächenschalungen beim Kranabladen • Setzungen des Untergrunds oder fehlende Kantholzunterlagen führen zum Einsturz des Schalungsstapels | • Anschlagmittel und Spezial-Schalungsklemmen nach DGUV Regel 109-017 prüfen; Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden mit Kanthölzern und Abrollsicherungen; Stapelhöhen begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Montage und Einrichtung von Wand- und Stützenschalungen (Rahmen-/Aluschalung) | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten oder Arbeitsbühnen ohne persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz • Windböen oder einseitige Belastungen führen zum Umstürzen ungesicherter vertikaler Schalungselemente | • Arbeitsbühnen mit dreiteiligem Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 nutzen; 100% Anseilpflicht an Anschlagpunkten • Schrägstützen, Richtstützen und Windabspannungen sofort nach dem Aufstellen der Schalungselemente sichern | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Verlegen der Deckenschalung und Aufbau des Traggerüstes (Deckenstützen/Systemträger) | • Versagen oder Einsturz des Traggerüstes durch fehlende Horizontalversteifungen oder örtliche Überlastung • Absturz durch Deckenöffnungen oder freie Deckenkanten beim Verlegen von Primär- und Sekundärträgern | • Deckenstützen mit abgesteckten Sicherungsbolzen nach DIN EN 1065 aufstellen; Horizontalversteifung alle 2m einbauen • Sicherheitsnetze nach DIN EN 1263-1 vormontieren; kontinuierliche Sicherung an überkopf verlaufenden Lebensleinen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Überwachung des Betoniervorgangs, Frischbetondruck-Überwachung und Traggerüstprüfung | • Schalungsbruch oder Traggerüsteinsturz durch zu hohe Steiggeschwindigkeiten oder dynamischen Frischbetondruck • Versagen von Schalungsankern oder Ankerstäben führt zu schlagartigem Materialauswurf und Verformungen | • Betoniergeschwindigkeiten einhalten und punktuelle Anhäufungen vermeiden; Schalungswache während des Betonierens einsetzen • Ankerabstände gemäß statischer Berechnung prüfen; Vorab-Doppelkontrolle aller Keile und Ankerzeugmutter | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Ausschalen von Decken- und Wandelementen (Demontage der Schalung) | • Vorzeitiges Entfernen von Deckenstützen vor Erreichen der erforderlichen Betondruckfestigkeit führt zum Deckeneinsturz • Herabstürzende Schalungselemente oder Verletzungen durch manuelles Lösen mit der Brechstange aus der Höhe | • Druckfestigkeit von Baustellen-Betonprobekörpern prüfen; schriftliche Freigabe des Tragwerksplaners/Bauleiters einholen • 2-Ebenen-Absperrung unterhalb des Ausschalbereichs einrichten; mechanische Absenkeinrichtungen für Elemente nutzen | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Beräumen des Ausschalmaterials, Sortieren von Kleinteilen und Ordnung auf der Decke | • Schnitt- und Stolperverletzungen durch herausstehende Ankerstäbe, Richtkeile und lose Schalungszubehörteile • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Herausstehende Schalungsanker sofort nach dem Ausschalen entfernen; Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle • Gestapeltes Material mindestens 1,5m von Deckenkanten entfernt lagern; Schalungsteile bündeln; Verkehrswege freihalten | 1 | 2 | 2 |
Schalungs-, Betonier- und Ausschalarbeiten erfordern strikte technische Schutzmaßnahmen und die vollständige Einhaltung der deutschen Arbeitsschutzgesetze, um das Umstürzen von Wandschalungen, Traggerüsteinstürze, Schalungsbrüche durch Frischbetondruck und Absturzunfälle zu verhindern. Pauschale Aussagen wie „Schalung sorgfältig aufstellen“ oder „beim Ausschalen aufpassen“ reichen keinesfalls aus, um den Vorgaben der BG BAU oder der Gewerbeaufsicht zu genügen.
Smart JSA Bridge nutzt einen automatisierten Risikoanalyse-Algorithmus, der auf die DGUV Vorschrift 38, die BetrSichV, DGUV Regel 109-017 und die DIN EN 12812/13670 abgestimmt ist, um praxistaugliche Sicherheitsmaßnahmen in Echtzeit zu generieren.
Durch die Eingabe von 6 strukturierten Arbeitsschritten berechnet das System die erforderlichen Schutzmaßnahmen – einschließlich der Vorgaben für Schrägstützenverankerungen von Wandschalungen, Aussteifungsabständen für Deckenstützen, Betoniergeschwindigkeitsgrenzen und Druckfestigkeitsnachweisen für das Ausschalen.
Bauleiter, Sicherheitsingenieure und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) können diese Parameter mit einem Klick an die spezifischen Schalungssysteme und Ausführungspläne anpassen.
Optimieren Sie Ihre Arbeitsschutzdokumentation und erstellen Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen für anspruchsvolle Beton- und Schalungsarbeiten. Erstellen Sie Ihre maßgeschneiderte Risikoanalyse noch heute.
7/22/2026
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
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| 1 | Anlieferung von Schalungsmaterial, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Großflächenschalungen beim Kranabladen • Setzungen des Untergrunds oder fehlende Kantholzunterlagen führen zum Einsturz des Schalungsstapels | • Anschlagmittel und Spezial-Schalungsklemmen nach DGUV Regel 109-017 prüfen; Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden mit Kanthölzern und Abrollsicherungen; Stapelhöhen begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Montage und Einrichtung von Wand- und Stützenschalungen (Rahmen-/Aluschalung) | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten oder Arbeitsbühnen ohne persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz • Windböen oder einseitige Belastungen führen zum Umstürzen ungesicherter vertikaler Schalungselemente | • Arbeitsbühnen mit dreiteiligem Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 nutzen; 100% Anseilpflicht an Anschlagpunkten • Schrägstützen, Richtstützen und Windabspannungen sofort nach dem Aufstellen der Schalungselemente sichern | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Verlegen der Deckenschalung und Aufbau des Traggerüstes (Deckenstützen/Systemträger) | • Versagen oder Einsturz des Traggerüstes durch fehlende Horizontalversteifungen oder örtliche Überlastung • Absturz durch Deckenöffnungen oder freie Deckenkanten beim Verlegen von Primär- und Sekundärträgern | • Deckenstützen mit abgesteckten Sicherungsbolzen nach DIN EN 1065 aufstellen; Horizontalversteifung alle 2m einbauen • Sicherheitsnetze nach DIN EN 1263-1 vormontieren; kontinuierliche Sicherung an überkopf verlaufenden Lebensleinen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Überwachung des Betoniervorgangs, Frischbetondruck-Überwachung und Traggerüstprüfung | • Schalungsbruch oder Traggerüsteinsturz durch zu hohe Steiggeschwindigkeiten oder dynamischen Frischbetondruck • Versagen von Schalungsankern oder Ankerstäben führt zu schlagartigem Materialauswurf und Verformungen | • Betoniergeschwindigkeiten einhalten und punktuelle Anhäufungen vermeiden; Schalungswache während des Betonierens einsetzen • Ankerabstände gemäß statischer Berechnung prüfen; Vorab-Doppelkontrolle aller Keile und Ankerzeugmutter | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Ausschalen von Decken- und Wandelementen (Demontage der Schalung) | • Vorzeitiges Entfernen von Deckenstützen vor Erreichen der erforderlichen Betondruckfestigkeit führt zum Deckeneinsturz • Herabstürzende Schalungselemente oder Verletzungen durch manuelles Lösen mit der Brechstange aus der Höhe | • Druckfestigkeit von Baustellen-Betonprobekörpern prüfen; schriftliche Freigabe des Tragwerksplaners/Bauleiters einholen • 2-Ebenen-Absperrung unterhalb des Ausschalbereichs einrichten; mechanische Absenkeinrichtungen für Elemente nutzen | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Beräumen des Ausschalmaterials, Sortieren von Kleinteilen und Ordnung auf der Decke | • Schnitt- und Stolperverletzungen durch herausstehende Ankerstäbe, Richtkeile und lose Schalungszubehörteile • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Herausstehende Schalungsanker sofort nach dem Ausschalen entfernen; Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle • Gestapeltes Material mindestens 1,5m von Deckenkanten entfernt lagern; Schalungsteile vor dem Krantransport bündeln | 1 | 2 | 2 |

Bei einem mehrgeschossigen Hochbauprojekt in Hessen montierte eine Schalungskolonne eine großflächige Wand-Rastenschalung auf einer oberen Deckenfläche. Um den straffen Betonierplan einzuhalten, stellten die Arbeiter die schweren vertikalen Schalungselemente auf, ohne zuvor die erforderlichen Schrägstützen und Richtspindeln am Deckenbeton zu verankern.
Bevor die Schalungsanker durchgesteckt werden konnten, erfasste eine plötzliche Windböe die offene Deckenfläche. Unter dem seitlichen Winddruck und dem Eigengewicht der auf das Schalungsgerüst gestiegenen Arbeiter verlor das ungesicherte Schalungselement das Gleichgewicht und stürzte auf die Arbeitsfläche um. Zwei Zimmerleute fielen mit der Schalungskonstruktion auf die Decke, während ein Arbeiter auf der unteren Ebene nur knapp von herabstürzenden Kleinteilen verfehlt wurde. In einem separaten Vorfall auf derselben Baustelle wurden Deckenstützen vorzeitig entfernt, bevor die Betonprobekörper die geforderte Mindestdruckfestigkeit erreicht hatten, was zu einem partiellen Dekkendurchbiegen führte. Die Gewerbeaufsicht und die BG BAU leiteten umgehend Untersuchungen wegen Verstößen gegen die DGUV Vorschrift 38 und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ein.
Schalungen und Traggerüste stellen temporäre Tragwerke dar, die vor und während des Betonierens extremen statischen und dynamischen Belastungen ausgesetzt sind. Ungesicherte vertikale Wandschalungen besitzen ein hohes Schlankheitsverhältnis und sind äußerst anfällig für horizontales Kippen durch Windlasten, Stoßeinwirkungen oder einseitige Gewichtsverlagerungen der Arbeiter. Ohne ordnungsgemäß verankerte Schrägstützen führt bereits eine geringe Querkraft zu einem Umkippmoment, das die Standfestigkeit der Schalungsbasis übersteigt.
Beim Betonieren übt der flüssige Frischbeton einen erheblichen hydrostatischen Seitendruck auf die Schalungshaut aus. Überschreitet die Betoniergeschwindigkeit die statisch festgelegten Werte oder wird der Rüttler unsachgemäß eingesetzt, steigt der Frischbetondruck exponentiell an, was zum Versagen von Schalungsankern und schlagartigen Schalungsbrüchen führt. Beim Ausschalen tragen die Deckenstützen die volle Eigenlast der Decke. Das vorzeitige Entfernen der Stützen vor dem Nachweis der erforderlichen Beton Druckfestigkeit führt zu schlagartigem Biegemoment- und Durchstanzversagen. Die strikte Einhaltung der DGUV Vorschrift 38, der BetrSichV und der DIN EN 12812 (Traggerüste) ist zur Vermeidung von Tragwerksunfällen zwingend erforderlich.
🚨 Deutsche Vorschriften & Normen (DGUV, BetrSichV & DIN EN 12812)
DGUV Vorschrift 38 (Bauarbeiten): Schreibt vor, dass Schalungen, Traggerüste und Behelfsunterstützungen so bemessen, aufgestellt und aussteift sein müssen, dass sie alle auftretenden Lasten sicher aufnehmen können.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Verpflichtet den Arbeitgeber zur Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel (Schalungssysteme, Deckenstützen) und zur Durchführung regelmäßiger Kontrollen vor und während der Nutzung.
DIN EN 12812 (Traggerüste - Anforderungen, Bemessung und Konstruktion): Regelt die technischen Vorgaben für die Standsicherheit, Aussteifung und Bemessung von Schalungsunterstützungen und Traggerüsten.
DGUV Regel 109-017 (Betreiben von Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb): Regelt den sicheren Einsatz von Spezial-Schalungsklemmen, Transportankern und Kettengehängen beim Versetzen von Schalungselementen mit dem Baukran.
Damit die Plattform Smart JSA Bridge präzise Sicherheitsmaßnahmen gemäß DGUV-Vorschriften und DIN-Normen generiert, geben Sie die folgenden standardisierten Arbeitsschritte in das System ein:
[Schritt 1] Anlieferung von Schalungsmaterial, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof
Detaillierte Beschreibung: Spezial-Schalungsklemmen und Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen; Entladebereich absperren; Lagerung auf Kanthölzern mit Abrollsicherungen auf verdichtetem Boden.
[Schritt 2] Montage und Einrichtung von Wand- und Stützenschalungen (Rahmen-/Aluschalung)
Detaillierte Beschreibung: Arbeitsbühnen nach DGUV Vorschrift 38 montieren; Schrägstützen und Richtspindeln sofort nach dem Aufstellen der Schalungselemente im Deckenbeton verankern.
[Schritt 3] Verlegen der Deckenschalung und Aufbau des Traggerüstes (Deckenstützen/Systemträger)
Detaillierte Beschreibung: Deckenstützen nach DIN EN 1065 aufstellen; Horizontalversteifungen alle 2m einbauen; Sicherheitsnetze und Lebensleinen vor dem Belegen der Schalhaut montieren.
[Schritt 4] Überwachung des Betoniervorgangs, Frischbetondruck-Überwachung und Traggerüstprüfung
Detaillierte Beschreibung: Betoniergeschwindigkeiten gemäß Schalungsstatik einhalten; Schalungswache während des Betonierens einsetzen; Ankermuttern und Keilverbindungen vorab prüfen.
[Schritt 5] Ausschalen von Decken- und Wandelementen (Demontage der Schalung)
Detaillierte Beschreibung: Druckfestigkeit von Baustellen-Betonprobekörpern prüfen; Freigabe des Bauleiters einholen; 2-Ebenen-Absperrung im Ausschalbereich unterhalb einrichten.
[Schritt 6] Beräumen des Ausschalmaterials, Sortieren von Kleinteilen und Ordnung auf der Decke
Detaillierte Beschreibung: Herausstehende Schalungsanker sofort entfernen; Schalungsteile bündeln; Verkehrswege freihalten und Mindestabstand von 1,5m zu Deckenkanten einhalten.
Nachfolgend finden Sie das finale JSA-Dokument, das auf den automatischen Empfehlungen der Plattform basiert und an deutsche Baustellenstandards angepasst wurde:
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Schalungsmaterial, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Großflächenschalungen beim Kranabladen • Setzungen des Untergrunds oder fehlende Kantholzunterlagen führen zum Einsturz des Schalungsstapels | • Anschlagmittel und Spezial-Schalungsklemmen nach DGUV Regel 109-017 prüfen; Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden mit Kanthölzern und Abrollsicherungen; Stapelhöhen begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Montage und Einrichtung von Wand- und Stützenschalungen (Rahmen-/Aluschalung) | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten oder Arbeitsbühnen ohne persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz • Windböen oder einseitige Belastungen führen zum Umstürzen ungesicherter vertikaler Schalungselemente | • Arbeitsbühnen mit dreiteiligem Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 nutzen; 100% Anseilpflicht an Anschlagpunkten • Schrägstützen, Richtstützen und Windabspannungen sofort nach dem Aufstellen der Schalungselemente sichern | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Verlegen der Deckenschalung und Aufbau des Traggerüstes (Deckenstützen/Systemträger) | • Versagen oder Einsturz des Traggerüstes durch fehlende Horizontalversteifungen oder örtliche Überlastung • Absturz durch Deckenöffnungen oder freie Deckenkanten beim Verlegen von Primär- und Sekundärträgern | • Deckenstützen mit abgesteckten Sicherungsbolzen nach DIN EN 1065 aufstellen; Horizontalversteifung alle 2m einbauen • Sicherheitsnetze nach DIN EN 1263-1 vormontieren; kontinuierliche Sicherung an überkopf verlaufenden Lebensleinen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Überwachung des Betoniervorgangs, Frischbetondruck-Überwachung und Traggerüstprüfung | • Schalungsbruch oder Traggerüsteinsturz durch zu hohe Steiggeschwindigkeiten oder dynamischen Frischbetondruck • Versagen von Schalungsankern oder Ankerstäben führt zu schlagartigem Materialauswurf und Verformungen | • Betoniergeschwindigkeiten einhalten und punktuelle Anhäufungen vermeiden; Schalungswache während des Betonierens einsetzen • Ankerabstände gemäß statischer Berechnung prüfen; Vorab-Doppelkontrolle aller Keile und Ankerzeugmutter | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Ausschalen von Decken- und Wandelementen (Demontage der Schalung) | • Vorzeitiges Entfernen von Deckenstützen vor Erreichen der erforderlichen Betondruckfestigkeit führt zum Deckeneinsturz • Herabstürzende Schalungselemente oder Verletzungen durch manuelles Lösen mit der Brechstange aus der Höhe | • Druckfestigkeit von Baustellen-Betonprobekörpern prüfen; schriftliche Freigabe des Tragwerksplaners/Bauleiters einholen • 2-Ebenen-Absperrung unterhalb des Ausschalbereichs einrichten; mechanische Absenkeinrichtungen für Elemente nutzen | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Beräumen des Ausschalmaterials, Sortieren von Kleinteilen und Ordnung auf der Decke | • Schnitt- und Stolperverletzungen durch herausstehende Ankerstäbe, Richtkeile und lose Schalungszubehörteile • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Herausstehende Schalungsanker sofort nach dem Ausschalen entfernen; Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle • Gestapeltes Material mindestens 1,5m von Deckenkanten entfernt lagern; Schalungsteile bündeln; Verkehrswege freihalten | 1 | 2 | 2 |
Schalungs-, Betonier- und Ausschalarbeiten erfordern strikte technische Schutzmaßnahmen und die vollständige Einhaltung der deutschen Arbeitsschutzgesetze, um das Umstürzen von Wandschalungen, Traggerüsteinstürze, Schalungsbrüche durch Frischbetondruck und Absturzunfälle zu verhindern. Pauschale Aussagen wie „Schalung sorgfältig aufstellen“ oder „beim Ausschalen aufpassen“ reichen keinesfalls aus, um den Vorgaben der BG BAU oder der Gewerbeaufsicht zu genügen.
Smart JSA Bridge nutzt einen automatisierten Risikoanalyse-Algorithmus, der auf die DGUV Vorschrift 38, die BetrSichV, DGUV Regel 109-017 und die DIN EN 12812/13670 abgestimmt ist, um praxistaugliche Sicherheitsmaßnahmen in Echtzeit zu generieren.
Durch die Eingabe von 6 strukturierten Arbeitsschritten berechnet das System die erforderlichen Schutzmaßnahmen – einschließlich der Vorgaben für Schrägstützenverankerungen von Wandschalungen, Aussteifungsabständen für Deckenstützen, Betoniergeschwindigkeitsgrenzen und Druckfestigkeitsnachweisen für das Ausschalen.
Bauleiter, Sicherheitsingenieure und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) können diese Parameter mit einem Klick an die spezifischen Schalungssysteme und Ausführungspläne anpassen.
Optimieren Sie Ihre Arbeitsschutzdokumentation und erstellen Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen für anspruchsvolle Beton- und Schalungsarbeiten. Erstellen Sie Ihre maßgeschneiderte Risikoanalyse noch heute.